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    Wenn der Darm reizt

    Reizdarmsyndrom: Symptome

    Wenn der Darm reizt

    Verdauungsbeschwerden kennt wohl jeder. Doch was, wenn sie regelrecht deinen Alltag bestimmen und zur psychischen Belastung werden? Viele Menschen wissen es gar nicht, dass sie unter dem sogenannten Reizdarmsyndrom (RDS) leiden. Welche Symptome auf das Reizdarmsyndrom hindeuten, wie die Diagnose erfolgt und was du für mehr Lebensqualität tun kannst, zeigen wir dir in diesem Artikel.

    Was ist das Reizdarmsyndrom und wie äußert es sich?

    Durchfall, Verstopfung oder beides abwechselnd? Blähungen, Völlegefühl, Darmkrämpfe? Beim Reizdarmsyndrom, einer der häufigsten funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen, quittiert der Darm Stress, aber auch Nahrungsaufnahme mit belastenden und auch schmerzhaften Symptomen. Es tritt vorwiegend bei Erwachsenen auf, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Charakteristisch sind chronische Beschwerden im Verdauungstrakt, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen – jedoch ohne nachweisbare organische Ursachen wie Entzündungen, Tumoren oder strukturelle Veränderungen des Darms.

    Welche Symptome sind typisch für das Reizdarmsyndrom? Wir unterscheiden die Hauptsymptome von möglichen weiteren Symptomen, deren Auftreten jedoch kein Muss ist.

    Hauptsymptome des Reizdarmsyndroms:

    • Bauchschmerzen und -beschwerden
    • Verstopfung und / oder Durchfall
    • Blähungen und ein Druckgefühl im Bauch
    • Sichtbare Vergrößerung des Bauchumfangs

    Weitere mögliche Symptome von RDS:

    • Dringlichkeit des Stuhlgangs und manchmal sogar Unfähigkeit, den Stuhlgang zu kontrollieren
    • Ausfluss von Schleim aus dem After
    • Erschöpfung, Energielosigkeit und Fatigue
    • Verringerte Produktivität
    • Übelkeit und Unwohlsein
    • Sodbrennen bis hin zum Reflux
    • Psychische Belastungen wie Nervosität oder Ängstlichkeit
    • Misstrauen in den eigenen Körper (1)

    Eine Besonderheit: Nächtliche Reizdarmsyndrom-Symptome sind eher untypisch.

    Doch was sind die Ursachen für die Reizdarmsyndrom-Symptome? Wie ein Reizdarmsyndrom entsteht, erfährst du in unserem Artikel zu den Ursachen des Reizdarmsyndroms. Neben Stress und deiner Psyche spielt auch dein Hormonhaushalt eine entscheidende Rolle.

    Einen großen Einfluss hat die Darm-Hirn-Achse: Dein Darm und dein Gehirn sind über Nervenbahnen miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Das ist auch der Grund dafür, warum verschiedene emotionale Prozesse auf die Verdauung schlagen und die Symptome deines Reizdarmsyndroms verstärken. Hinzu kommen hormonelle Veränderungen, wie du sie beispielsweise vor deiner Periode – Stichwort: PMS – oder in den Wechseljahren durchlebst.

    Beachte: Reizdarmsyndrom-Symptome sind vielfältig und individuell. Nicht jede Frau, die unter RDS leidet, muss die gleichen Beschwerden aufweisen wie andere Betroffene.

    Verdauungsbeschwerden beim Reizdarmsyndrom: übliche Symptome von RDS-Betroffenen nach Tageszeiten

    Du hast Symptome, die auf ein Reizdarmsyndrom hindeuten, doch sie variieren je nach Tageszeit? Tatsächlich ist das gar nicht so unüblich. Viele RDS-Betroffene berichten von sich im Tagesverlauf verändernden Symptome.

    Welche Symptome treten bei Reizdarm morgens auf?

    • Bauchschmerzen
    • Blähungen
    • Starker Stuhldrang
    • Oft weicher Stuhl oder Durchfall
    • Besserung der Beschwerden nach dem Stuhlgang

    Welche Symptome treten bei Reizdarmsyndrom abends auf?

    • Gleiche Symptome wie tagsüber
    • Krampfartige Schmerzen
    • Völlegefühl
    • Blähungen
    • Verstärkte Beschwerden durch Stress oder Mahlzeiten
    • Anhaltende Stuhlunregelmäßigkeiten wie Verstopfung oder Durchfall, ohne spezifische abendliche Verstärkung

    Welche Symptome treten beim Reizdarmsyndrom nachts auf?

    Nächtliche Symptome sind beim Reizdarmsyndrom eher selten. Auch werden Betroffene von ihrem RDS in der Regel nicht aus dem Schlaf geweckt. Wenn dich Bauchschmerzen oder Verdauungsbeschwerden nachts so sehr plagen, dass du nicht schlafen kannst, spricht das tatsächlich eher gegen ein Reizdarmsyndrom. (2)(3)

    Reizdarmsyndrom-Typen: Verschiedene Arten mit verschiedenen Symptomen

    Nicht jedes Reizdarmsyndrom ist gleich. Ganz im Gegenteil: So einzigartig dein Körper ist, so individuell können auch die Symptome deines Reizdarmsyndroms ausfallen. Bis heute ist die Diagnose von RDS noch relativ schwierig. Expert:innen unterteilen die Magen-Darm-Erkrankung daher in vier Untertypen, die sich hinsichtlich ihrer Symptome unterscheiden:

    Für die Reizdarmsyndrom-Diagnose spielt es also durchaus eine Rolle, wie oft du Stuhlgang hast, wie der Stuhl ist / aussieht und welche anderen Beschwerden du hast. Bei Personen mit einer Mischform ist es allerdings oft schwierig zu benennen. Glücklicherweise gibt es andere Verfahren, um ein Reizdarmsyndrom zu diagnostizieren.

    Moderne Reizdarmsyndrom-Diagnose mit den Rom-IV-Kriterien

    Wie kann man das Reizdarmsyndrom nachweisen? Diese Frage stellen sich viele Menschen, die mit den genannten Symptomen zu tun haben und eine Erkrankung vermuten. Tatsächlich gestaltet sich die Diagnose jedoch nicht ganz so einfach und wurde deshalb über die letzten Jahre immer stärker weiterentwickelt.

    Während Ärzt:innen vor nicht allzu langer Zeit noch nach dem Ausschlussverfahren gegangen sind, gibt es heute die sogenannten Rom-IV-Kriterien:

    1. Symptombeginn: vor mindestens 6 Monaten vor Diagnosestellung
    2. Häufigkeit der Beschwerden: durchschnittlich an mindestens einem Tag pro Woche in den letzten 3 Monaten
    3. Wiederkehrende Bauchschmerzen, die mit mindestens 2 der folgenden Kriterien zusammenhängen: Änderung der Stuhlfrequenz, Änderung der Stuhlkonsistenz oder Zusammenhang mit der Stuhlentleerung (4)

    Wenn diese Kriterien auf dich zutreffen, ist das RDS eine positive klinische Diagnose. Somit kannst du dir nach der Diagnose sicher sein, dass deine Symptome von einem Reizdarmsyndrom herrühren und nicht etwa von einer anderen Erkrankung.

    Die Rom-IV-Kriterien wurden 2016 von der Rome Foundation veröffentlicht und werden bei funktionellen gastrointestinalen Störungen (FGID) angewandt. Sie haben die bis 2016 geltenden Rom-III-Kriterien abgelöst und damit die Diagnose von Reizdarmsyndrom verbessert.

    Reizdarmsyndrom-Diagnose: Ausschluss anderer Erkrankungen

    Zwar erfolgt die Diagnose des Reizdarmsyndroms heutzutage nicht mehr nach dem Ausschlussprinzip, doch es macht immer noch Sinn, andere Erkrankungen auszuschließen. Gerade dann, wenn Warnsymptome – sogenannte Red Flags – auftreten, ist es wichtig, organische Ursachen wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder Krebs auszuschließen.

    Aus diesem Grund werden bestimmte Untersuchungen standardmäßig durchgeführt: Mit Blutuntersuchungen, Stuhlproben (z. B. auf Entzündungsmarker), Ultraschall oder Koloskopien lassen sich Erkrankungen wie Zöliakie, Morbus Crohn oder Darminfektionen auszuschließen. Weiters werden die Betroffenen auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten getestet. Fruktose-, Laktose- und Histaminintoleranz können ähnliche Symptome wie das Reizdarmsyndrom auslösen.

    Laktoseintoleranz und Reizdarmsyndrom: Hängen die Symptome zusammen?

    Wenn dem Organismus bei der Verdauung das Enzym Laktase nicht oder nur vermindert zur Verfügung steht, kann Milchzucker nicht verdaut werden. Hier sprechen Expert:innen von der sogenannten Laktoseintoleranz. Diese Nahrungsmittelunverträglichkeit verursacht Symptome ähnlich den Merkmalen des Reizdarmsyndroms: Blähungen, Durchfall, Bauchkrämpfe, Übelkeit. Treten die Symptome jedoch 30 Minuten bis zu zwei Stunden nach dem Verzehr von Milchprodukten auf, ist eine Laktoseintoleranz wahrscheinlicher. Die Diagnose erfolgt durch einen Wasserstoff-Atemtest, einen Laktose-Belastungstest oder durch Eliminationsdiät.

    Fruktoseunverträglichkeit und Reizdarmsyndrom: Weitere Überschneidungen der Symptome

    Treten Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen nach dem Konsum von fruktosehaltigen Lebensmitteln wie Äpfeln, Honig oder Softdrinks auf, kann außer dem RDS auch eine Fructosemalabsorption vorliegen. Das heißt: Dein Dünndarm ist nicht in der Lage, Fruchtzucker aufzunehmen, was sich durch spezielle Beschwerden äußert. Die Diagnose erfolgt ebenfalls durch einen Wasserstoff-Atemtest nach Fruchtzuckerkonsum.

    No-Go für viele Reizdarm-Betroffene: Käse und Rotwein

    Eine weitere Nahrungsmittelunverträglichkeit, die ebenfalls mit Magen-Darm-Problemen einhergeht, ist die Histaminintoleranz. Histamin ist ein biogenes Amin, das im Körper als Botenstoff (z. B. bei Allergien) wirkt und in Lebensmitteln vorkommt (Käse – besonders lange, gereifter wie Parmesan, Wein – besonders Rotwein, Fisch – und aufgewärmte Nahrung). Die Ursache der Beschwerden ist ein Ungleichgewicht zwischen der Histaminaufnahme (durch Nahrung) und dem Abbau durch das Enzym Diaminoxidase (DAO). Als Symptome können neben Bauchkrämpfen, Durchfall und Erbrechen auch Hautrötungen (oft ein regelrechter Flash) und Kopfschmerzen auftreten. Die Diagnose erfolgt durch einen DAO-Enzymaktivitätstest.

    Diagnose mit Hindernissen: Symptome von RDS oft schwierig abzugrenzen

    Fakt ist, dass die Diagnose RDS nicht leicht zu erstellen ist. Viele Betroffene rennen sprichwörtlich von Pontius zu Pilatus – oft vergehen mehrere Jahre – bis zur treffsicheren Diagnose. Der Grund: RDS ist eine funktionelle Störung ohne nachweisbare organische Ursache. Intoleranzen und Allergien hingegen haben klare Auslöser (z. B. Laktose, Fructose, Histamin) und lassen sich durch Tests nachweisen.

    Linderung der Reizdarmsyndrom-Symptome

    Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist nach aktuellem Forschungsstand nicht heilbar. Was du allerdings tun kannst, ist, deinen Körper zu unterstützen, wenn sich gerade ein Schub bemerkbar macht. In unserem Beitrag rund um die Behandlung des Reizdarmsyndroms zeigen wir bereits einige Methoden, die hilfreich sein können. Neben einer Ernährungsanpassung, der gezielten Reduzierung von Stress und psychotherapeutischen Verfahren können auch gezielte Mittel Linderung verschaffen.

    Wenn dir Bauchkrämpfe, Blähungen und Verdauungsbeschwerden das Leben schwermachen, kannst du es beispielsweise einmal mit Liadin® PRO versuchen. Das Medizinprodukt enthält verschiedene Inhaltsstoffe enthält, die deinen Darm bei einem RDS-Schub wirksam unterstützen. Damit macht es dein Reizdarmsyndrom in akuten Phasen erträglicher. Es wurde speziell dafür entwickelt, Reizdarmsyndrom-Symptome zu lindern, indem es die erhöhte Darmempfindlichkeit und das Druckgefühl angeht – sei es an stressigen Tagen oder vor deiner Periode.

    Warnzeichen: Bei diesen RDS-Symptomen ist Vorsicht angesagt

    Die Symptome eines Reizdarmsyndroms können sich mit verschiedenen Unverträglichkeiten und Erkrankungen überschneiden. Entzündliche Darmerkrankungen oder schwere Erkrankungen wie Zöliakie zeigen sich oft mit ähnlichen Symptomen, die eine Abklärung durch eine:n Fachärzt:in erfordern. Folgende Beschwerden gelten als Warnzeichen, bei denen du dich unmittelbar in ärztliche Behandlung begeben solltest:

    • Blut im Stuhl
    • Eisenmangel
    • Unbeabsichtigter Gewichtsverlust
    • Fieber
    • Schwere Symptome
    • Sich zunehmend verschlimmernde Symptome
    • Täglicher Durchfall oder weicher Stuhl
    • Nächtlicher Stuhlgang

    Auch bei einer familiären Vorbelastung mit anderen Darmerkrankungen ist eine Untersuchung durch eine Fachperson ratsam, da viele Erkrankungen genetisch bedingt sind. Durch verschiedene Tests und die Rom-IV-Kriterien kann ermittelt werden, ob deine Symptome auf ein Reizdarmsyndrom zurückzuführen sind oder nicht.

    Fazit

    Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Magen-Darm-Erkrankung, die sich durch eine Vielzahl an Symptomen bemerkbar machen kann. Häufig wissen Betroffene gar nicht, dass ihre Beschwerden auf das Reizdarmsyndrom zurückzuführen sind, erleben aber einen hohen Leidensdruck. Heute erfolgt die Diagnose anhand der Rom-IV-Kriterien, doch es ist trotzdem wichtig, andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen auszuschließen.

     

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